Wie sind die Gehälter und Sozialleistungen für Sicherheitspersonal in Deutschland?

Die Sicherheitsbranche ist für viele Arbeitssuchende aufgrund ihrer Arbeitsplatzstabilität, der geringen Bildungsanforderungen und der breiten Altersspanne eine beliebte Wahl. Allerdings wissen viele Menschen wenig über die praktischen Aspekte, wie die Möglichkeit einer Festanstellung, ob unerfahrene Personen eingestellt werden und die Struktur von Gehältern und Sozialleistungen. Dieser Artikel wird die wichtigsten Informationen, die Personen mit Interesse an einer Karriere im Sicherheitsbereich benötigen, systematisch darlegen und sich dabei auf die Aufgabenbereiche, Arbeitszeiten und aktuellen Gehaltstrends konzentrieren.

Wie sind die Gehälter und Sozialleistungen für Sicherheitspersonal in Deutschland?

Sicherheitsaufgaben werden in vielen Bereichen der deutschen Wirtschaft und im öffentlichen Raum benötigt. Ob im Objektschutz, bei Veranstaltungen, in der Industrie oder an Flughäfen – Personal im Sicherheitsdienst sorgt für geordnete Abläufe, überprüft Zugänge und reagiert im Ernstfall koordiniert und rechtssicher.

Was sind die Aufgaben eines Sicherheitsmitarbeiters?

Sicherheitsmitarbeiterinnen und Sicherheitsmitarbeiter arbeiten je nach Einsatzgebiet sehr unterschiedlich. Im klassischen Objektschutz gehören Kontrollrundgänge, Tür- und Torkontrollen, das Überwachen von Alarm- und Videoanlagen sowie die Dokumentation von Vorkommnissen zu den typischen Tätigkeiten. Häufig prüfen sie Ausweise, führen Schlüssel und öffnen oder schließen Gebäude.

Im Empfangs- und Pfortendienst kommen Serviceaufgaben hinzu, etwa die Begrüßung von Besuchenden, die Ausgabe von Besucherausweisen, die Anmeldung von Lieferungen oder das Betreuen von Telefonzentralen. In spezialisierten Bereichen wie Luftsicherheit, Geld- und Werttransport oder Werkschutz in der Industrie treten weitere Anforderungen hinzu, beispielsweise Sicherheitskontrollen nach festen Vorgaben oder der Umgang mit sensiblen Bereichen und Informationen.

Wie sind die Gehälter und Sozialleistungen für Sicherheitspersonal?

Die Bezahlung von Sicherheitspersonal in Deutschland orientiert sich häufig an regionalen Tarifverträgen für das Bewachungsgewerbe oder an betrieblichen Vereinbarungen. In vielen Fällen gibt es eine klare Einstufung nach Qualifikation, Tätigkeit und Verantwortungsbereich. Wer etwa nur die Unterrichtung nach § 34a Gewerbeordnung hat, startet in der Regel in einer niedrigeren Entgeltgruppe als Beschäftigte mit Sachkundeprüfung oder weitergehenden Abschlüssen im Bereich Schutz und Sicherheit.

Neben dem Grundentgelt sind Zuschläge ein wesentlicher Bestandteil der Vergütung. Für Nachtarbeit, Sonn- und Feiertagsdienste oder besondere Schichten werden üblicherweise prozentuale Aufschläge gezahlt. Hinzu kommen je nach Arbeitgeber und Tarifvertrag weitere Sozialleistungen wie bezahlter Urlaub, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, eventuell Urlaubs- und Weihnachtsgeld, betriebliche Altersvorsorge, vermögenswirksame Leistungen oder Zuschüsse zum öffentlichen Nahverkehr. Art und Umfang dieser Leistungen unterscheiden sich je nach Unternehmen und Region.

Um ein Gefühl für die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Sicherheitsgewerbe zu vermitteln, lohnt sich auch ein Blick auf die Kosten, die Auftraggebende für Sicherheitsdienstleistungen einplanen müssen. Diese Kosten bilden langfristig die Grundlage dafür, aus denen Löhne, Sozialleistungen, Weiterbildung und Verwaltungsaufwand finanziert werden, ohne jedoch direkte Rückschlüsse auf konkrete Gehaltsbeträge oder einzelne Stellen zu erlauben.


Produkt/Dienstleistung Anbieter Kostenschätzung
Allgemeiner Objektschutz für Bürogebäude Securitas Deutschland Häufig im unteren bis mittleren zweistelligen Eurobereich pro Stunde, abhängig von Region und Umfang
Werk- und Objektschutz in Industrieanlagen KÖTTER Security Eher mittlerer zweistelliger Eurobereich pro Stunde, je nach Sicherheitskonzept und Risikoanalyse
Empfangs- und Revierdienst in Gewerbeobjekten WISAG Sicherheitsdienste Unterer bis mittlerer zweistelliger Eurobereich pro Stunde, je nach Vertragsgestaltung
Veranstaltungssicherheit bei Großevents Klüh Security Spannbreite vom unteren bis in den höheren zweistelligen Eurobereich pro Stunde, je nach Eventgröße

Preise, Sätze oder Kostenschätzungen in diesem Artikel basieren auf den jeweils zuletzt verfügbaren Informationen und können sich im Laufe der Zeit ändern. Vor finanziellen Entscheidungen wird eigenständige Recherche empfohlen. Die genannten Unternehmen dienen ausschließlich als Beispiele für Anbieter von Sicherheitsdienstleistungen und stellen keine Hinweise auf konkrete Stellenangebote dar.


Ist Berufserfahrung erforderlich? Welche Fähigkeiten und Schulungen sind notwendig?

Für viele Einstiegspositionen im Sicherheitsbereich ist keine umfangreiche Berufserfahrung vorgeschrieben. Unverzichtbar sind jedoch persönliche Zuverlässigkeit, ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis und die Bereitschaft, sich an rechtliche Vorgaben zu halten. Gesetzlich erforderlich ist in der Regel mindestens die Unterrichtung nach § 34a Gewerbeordnung, für bestimmte Bewachungsaufgaben wird die umfangreichere Sachkundeprüfung bei der Industrie- und Handelskammer verlangt.

Darüber hinaus erwarten viele Unternehmen ein sicheres und ruhiges Auftreten, Kommunikationsstärke, Deeskalationsfähigkeit und Grundkenntnisse in Erster Hilfe. Schulungen zu Brandschutz, Evakuierungsabläufen, Umgang mit technischen Sicherungssystemen oder speziellen Rechtsgrundlagen sind verbreitet. In sensiblen Bereichen – etwa an Flughäfen oder in kritischen Infrastrukturen – kommen zusätzliche, teils umfangreiche Qualifizierungen hinzu. Wer sich langfristig weiterbildet, etwa zur geprüften Schutz- und Sicherheitskraft oder zum Meister für Schutz und Sicherheit, kann häufig verantwortungsvollere Tätigkeiten übernehmen.

Wie sind die Arbeitszeiten? Sind sie flexibel?

Sicherheitsdienste müssen sich nach den Schutzbedürfnissen von Objekten, Unternehmen und Veranstaltungen richten. Da viele Einrichtungen rund um die Uhr abgesichert sein sollen, sind Schichtmodelle mit Früh-, Spät- und Nachtdiensten sehr verbreitet. Wochenend- und Feiertagsarbeit ist in vielen Bereichen üblich, etwa in der Industrie, im Verkehrswesen oder in der Veranstaltungsbranche.

Ob diese Arbeitszeiten als flexibel wahrgenommen werden, hängt stark von der persönlichen Lebenssituation, aber auch von der Dienstplangestaltung ab. Manche Beschäftigte schätzen freie Tage unter der Woche oder die Möglichkeit, Schichten im Team abzusprechen. Andere empfinden wechselnde Arbeitszeiten und Nachtdienste als belastend. Planbare Dienstpläne, rechtzeitige Veröffentlichung der Schichten und klare Regeln zu Überstunden sind daher wichtige Kriterien, wenn man die Rahmenbedingungen der Tätigkeit bewertet.

Ist es möglich eine Festanstellung zu erhalten?

Im Sicherheitsgewerbe existieren verschiedene Beschäftigungsformen: geringfügige Beschäftigung, Teilzeitmodelle und unbefristete Vollzeitstellen. Viele Sicherheitsunternehmen arbeiten mit längerfristigen Bewachungsverträgen für bestimmte Objekte oder Kundengruppen. In solchen Strukturen werden häufig dauerhafte Teams eingeplant, sodass stabile Beschäftigungsverhältnisse organisatorisch sinnvoll sind, ohne dass daraus konkrete Aussagen über einzelne Arbeitsverträge abgeleitet werden können.

Ob eine Festanstellung in Betracht kommt, hängt unter anderem von der allgemeinen Auftragslage, von den vertraglichen Bindungen zwischen Sicherheitsdienstleistern und ihren Kundinnen und Kunden sowie von Qualifikation und Zuverlässigkeit der Beschäftigten ab. Wer sich in der Praxis bewährt, an Weiterbildungen teilnimmt und zu verlässlicher Schichtarbeit bereit ist, verbessert innerhalb der Branche die eigenen Perspektiven auf langfristige Beschäftigung insgesamt, ohne dass damit eine bestimmte Stelle oder ein festes Gehaltsniveau gemeint ist.

Insgesamt zeigt sich, dass die Rahmenbedingungen für Sicherheitspersonal in Deutschland stark von Einsatzgebiet, Qualifikation, Tarifbindung und Unternehmensstruktur abhängen. Gehaltsbestandteile wie Zuschläge, zusätzliche Sozialleistungen, Schichtmodelle und die Art der Beschäftigung sollten daher stets im Zusammenhang betrachtet werden, um die eigene berufliche Situation realistisch einschätzen zu können.