Welche Arten von leerstehenden Häusern gibt es in Deutschland? Informationen zu Größe, Renovierungskosten und Förderprogrammen.

In Deutschland gibt es in vielen kleineren Städten und Gemeinden mit sinkender Bevölkerungszahl viele Häuser, die seit Langem leer stehen oder baufällig sind. Diese Häuser sind meist ältere Gebäude mit einer typischen Größe von 30 bis 100 Quadratmetern. Aufgrund jahrelangen Verfalls, unzureichender Energieeffizienz oder hoher Instandhaltungskosten sind sie oft nicht direkt nutzbar. Deutschland verfolgt keine einheitliche Niedrigpreispolitik beim Verkauf dieser Häuser, sondern fördert deren Umnutzung durch Sanierungszuschüsse und die Unterstützung von energetischen Nachrüstungen. Dieser Artikel analysiert objektiv die Merkmale, Sanierungsanforderungen und Förderprogramme für leerstehende Häuser in Deutschland anhand der tatsächlichen Situation dieser Immobilien.

Welche Arten von leerstehenden Häusern gibt es in Deutschland? Informationen zu Größe, Renovierungskosten und Förderprogrammen.

Leerstehende Häuser sind in Deutschland ein wachsendes Phänomen, besonders in ländlichen Regionen und Gemeinden mit schrumpfender Bevölkerung. Diese Immobilien bieten Chancen für Käufer, bringen jedoch auch Herausforderungen mit sich. Die Bandbreite reicht von kleinen Dorfhäusern bis zu großen Industriegebäuden, und jede Kategorie hat ihre eigenen Besonderheiten.

Grundlagen zur Situation leerstehender und sanierter Häuser in Deutschland

Leerstehende Häuser finden sich vor allem in Ostdeutschland, aber auch in strukturschwachen Regionen Westdeutschlands. Typische Kategorien umfassen:

  • Einfamilienhäuser: Oft zwischen 80 und 150 Quadratmetern Wohnfläche, häufig aus den 1950er bis 1980er Jahren.
  • Mehrfamilienhäuser: Größere Objekte mit 200 bis 500 Quadratmetern, die mehrere Wohneinheiten beherbergen.
  • Bauernhäuser und Gehöfte: Historische Gebäude mit oft über 200 Quadratmetern, meist mit Nebengebäuden.
  • Ehemalige Gewerbeimmobilien: Fabrikgebäude, Läden oder Gasthöfe, die umgenutzt werden können.

Die Gründe für Leerstand sind vielfältig: Abwanderung, Alterung der Bevölkerung, mangelnde Infrastruktur oder fehlende wirtschaftliche Perspektiven in der Region. Viele dieser Häuser sind sanierungsbedürftig, was potenzielle Käufer abschrecken kann.

Warum leerstehende Häuser schwer direkt zu bewohnen sind

Die meisten leerstehenden Häuser in Deutschland sind nicht sofort bewohnbar. Häufige Probleme umfassen:

  • Veraltete Elektrik und Sanitärinstallationen
  • Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbefall
  • Marode Dächer und undichte Fenster
  • Fehlende oder veraltete Heizungssysteme
  • Asbest oder andere Schadstoffe in älteren Gebäuden

Die Kosten für eine umfassende Sanierung variieren stark je nach Zustand und Größe des Objekts. Kleinere Einfamilienhäuser können mit 50.000 bis 100.000 Euro renoviert werden, während größere Mehrfamilienhäuser oder denkmalgeschützte Objekte schnell 200.000 Euro oder mehr erfordern. Eine gründliche Begutachtung durch Fachleute ist unerlässlich, um versteckte Mängel zu identifizieren.

Deutschlands Förderung von Sanierung und Umbau von Altbauten

Die Bundesregierung und die Länder bieten verschiedene Förderprogramme an, um die Sanierung leerstehender Häuser zu unterstützen. Zu den wichtigsten gehören:

  • KfW-Förderung: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau bietet zinsgünstige Kredite und Zuschüsse für energetische Sanierungen. Programme wie KfW 261 fördern den Umbau zu Effizienzhäusern mit bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit.
  • Denkmalschutz-Abschreibung: Bei denkmalgeschützten Gebäuden können bis zu 90 Prozent der Sanierungskosten steuerlich abgesetzt werden.
  • Länderprogramme: Bundesländer wie Sachsen-Anhalt oder Thüringen bieten zusätzliche Zuschüsse für die Revitalisierung von Ortskernen.
  • Städtebauförderung: Kommunen können Mittel aus Bund-Länder-Programmen zur Verfügung stellen, um private Sanierungen zu unterstützen.

Diese Programme zielen darauf ab, den Wohnraum zu erhalten, Ortskerne zu beleben und den Flächenverbrauch durch Neubau zu reduzieren. Interessenten sollten sich frühzeitig bei der KfW oder lokalen Behörden über aktuelle Konditionen informieren.


Förderart Anbieter Maximale Förderung
Energetische Sanierung KfW (Programm 261) Bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit
Denkmalschutz Finanzamt Steuerliche Absetzung bis zu 90% der Kosten
Länderprogramme Bundesländer Variabel, oft 10.000 bis 50.000 Euro
Städtebauförderung Kommunen Abhängig von lokalen Mitteln

Preise, Förderbeträge oder Kostenschätzungen in diesem Artikel basieren auf aktuell verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Eine unabhängige Recherche wird vor finanziellen Entscheidungen empfohlen.


Grundlagen zur ausländischen Beteiligung am deutschen Immobilienmarkt

Ausländische Investoren und Käufer können grundsätzlich leerstehende Häuser in Deutschland erwerben. Es gibt keine generellen Beschränkungen für EU-Bürger, und auch Nicht-EU-Bürger dürfen Immobilien kaufen, sofern sie die rechtlichen Anforderungen erfüllen.

Allerdings gibt es einige Besonderheiten:

  • Finanzierung: Ausländische Käufer benötigen oft eine höhere Eigenkapitalquote, da deutsche Banken bei der Kreditvergabe vorsichtiger sind.
  • Steuerpflicht: Mieteinnahmen oder Verkaufsgewinne unterliegen der deutschen Besteuerung.
  • Verwaltung: Wer nicht vor Ort ist, sollte eine Hausverwaltung oder einen Treuhänder beauftragen.

Der deutsche Immobilienmarkt gilt als stabil und transparent, was ihn für internationale Investoren attraktiv macht. Leerstehende Häuser in ländlichen Regionen sind oft deutlich günstiger als Objekte in Städten, erfordern jedoch mehr Engagement bei der Sanierung.

Ein realistischer Blick auf die Chancen leerstehender Häuser in Deutschland

Leerstehende Häuser bieten Chancen, insbesondere für Menschen, die bereit sind, Zeit und Kapital in die Sanierung zu investieren. Vorteile umfassen:

  • Niedrige Kaufpreise: In manchen Regionen sind Häuser für unter 50.000 Euro erhältlich.
  • Gestaltungsfreiheit: Käufer können das Objekt nach eigenen Wünschen umbauen.
  • Fördermittel: Staatliche Programme reduzieren die finanzielle Belastung.
  • Nachhaltigkeit: Die Sanierung bestehender Gebäude schont Ressourcen.

Allerdings gibt es auch Risiken:

  • Unvorhergesehene Kosten: Versteckte Mängel können das Budget sprengen.
  • Lange Sanierungsdauer: Projekte können sich über Jahre hinziehen.
  • Standortnachteile: Abgelegene Lagen bieten oft wenig Infrastruktur oder Arbeitsplätze.

Eine sorgfältige Planung, realistische Budgetierung und professionelle Beratung sind entscheidend, um aus einem leerstehenden Haus ein attraktives Zuhause oder eine rentable Investition zu machen.

Leerstehende Häuser in Deutschland sind vielfältig und bieten unterschiedliche Möglichkeiten. Mit den richtigen Informationen, Fördermitteln und einer realistischen Einschätzung der Herausforderungen können sie zu wertvollen Projekten werden. Interessenten sollten sich gründlich informieren und die verfügbaren Unterstützungsangebote nutzen, um ihre Ziele zu erreichen.