Was kostet eine 24-Stunden-Pflegekraft in Deutschland 2026? Preise & Spartipps

Die Organisation der Pflege für einen Angehörigen ist eine herausfordernde Aufgabe, sowohl emotional als auch finanziell. Immer mehr Familien in Deutschland entscheiden sich für die Unterstützung durch eine 24-Stunden-Pflegekraft, um die Betreuung zu Hause zu ermöglichen. Wenn Sie diesen Schritt für das Jahr 2026 planen, ist ein genaues Verständnis der Kostenstruktur und möglicher Entlastungen entscheidend. Dieser Leitfaden bietet Ihnen eine fundierte Übersicht.

Was kostet eine 24-Stunden-Pflegekraft in Deutschland 2026? Preise & Spartipps

Einleitung: Das Modell der 24-Stunden-Pflege

Die 24-Stunden-Pflege, auch Live-in-Pflege genannt, beschreibt ein Betreuungsmodell, bei dem eine Pflegekraft dauerhaft im Haushalt der pflegebedürftigen Person lebt und diese rund um die Uhr unterstützt. Dabei handelt es sich nicht um eine medizinische Intensivpflege, sondern um Grundpflege, hauswirtschaftliche Tätigkeiten und soziale Betreuung. Die Pflegekräfte stammen häufig aus osteuropäischen Ländern wie Polen, Rumänien oder Bulgarien und werden über Vermittlungsagenturen oder direkt angestellt. Dieses Modell bietet eine kostengünstigere Alternative zum Pflegeheim und ermöglicht es vielen Senioren, in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben. Wichtig ist jedoch, die rechtlichen Rahmenbedingungen zu beachten: Die Pflegekraft muss entweder bei einer deutschen Agentur angestellt sein, über ein eigenes Gewerbe verfügen oder über ein Entsendemodell nach Deutschland kommen. Schwarzarbeit ist illegal und kann zu erheblichen rechtlichen und finanziellen Konsequenzen führen.

Kostenaufschlüsselung: Was Sie 2026 erwarten können

Die Kosten für eine 24-Stunden-Pflegekraft variieren je nach Qualifikation der Betreuungskraft, Pflegeaufwand, Sprachkenntnissen und gewähltem Beschäftigungsmodell. Im Jahr 2026 können Familien mit monatlichen Gesamtkosten zwischen 2.500 und 4.500 Euro rechnen. Bei einem Entsendemodell, bei dem die Pflegekraft bei einem ausländischen Unternehmen angestellt bleibt, liegen die Kosten meist zwischen 2.500 und 3.200 Euro pro Monat. Dieses Modell ist für viele Familien die günstigste legale Option. Beim Arbeitgebermodell, bei dem Sie die Pflegekraft direkt anstellen, entstehen höhere Kosten von etwa 3.500 bis 4.500 Euro monatlich, da Sie als Arbeitgeber Sozialversicherungsbeiträge, Lohnsteuer und Urlaubsansprüche übernehmen müssen. Das Selbstständigenmodell bewegt sich preislich meist im mittleren Bereich, birgt jedoch rechtliche Risiken, wenn die Selbstständigkeit nicht tatsächlich gegeben ist. Zusätzliche Kosten können für Anreise, Unterkunft, Verpflegung, Versicherungen und Vermittlungsgebühren anfallen. Die tatsächlichen Ausgaben hängen stark vom individuellen Pflegebedarf ab: Bei höherem Pflegegrad oder Demenzerkrankungen sind häufig erfahrenere und damit teurere Pflegekräfte erforderlich.


Beschäftigungsmodell Monatliche Kosten Besonderheiten
Entsendemodell 2.500 - 3.200 € Pflegekraft bei ausländischem Unternehmen angestellt
Arbeitgebermodell 3.500 - 4.500 € Direkte Anstellung mit allen Arbeitgeberpflichten
Selbstständigenmodell 2.800 - 3.800 € Rechtliche Prüfung der echten Selbstständigkeit erforderlich
Vermittlungsgebühren 500 - 2.000 € Einmalig oder jährlich, je nach Agentur

Preise, Tarife oder Kostenschätzungen, die in diesem Artikel genannt werden, basieren auf den neuesten verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Eine unabhängige Recherche wird empfohlen, bevor finanzielle Entscheidungen getroffen werden.


Staatliche Finanzielle Entlastung: So übernimmt die Kasse einen Teil

Die Pflegeversicherung bietet verschiedene Leistungen, die die Kosten für eine 24-Stunden-Pflegekraft erheblich reduzieren können. Je nach anerkanntem Pflegegrad stehen Ihnen unterschiedliche Zuschüsse zu. Das Pflegegeld, das Sie bei häuslicher Pflege durch Angehörige oder selbst organisierte Pflegekräfte erhalten, beträgt 2026 zwischen 332 Euro (Pflegegrad 2) und 947 Euro (Pflegegrad 5) monatlich. Dieses Geld können Sie direkt zur Finanzierung der Pflegekraft einsetzen. Zusätzlich haben Sie Anspruch auf Verhinderungspflege in Höhe von bis zu 1.612 Euro jährlich, die Sie für Vertretungskräfte während des Urlaubs Ihrer Pflegekraft nutzen können. Der Entlastungsbetrag von 125 Euro monatlich steht allen Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 1 zu und kann für hauswirtschaftliche Unterstützung verwendet werden. Pflegebedürftige mit Pflegegrad 4 oder 5 können außerdem bis zu 40 Euro monatlich für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch erhalten. Auch steuerliche Entlastungen sind möglich: Pflegekosten können als außergewöhnliche Belastungen oder über den Pflege-Pauschbetrag geltend gemacht werden. Lassen Sie sich von einem Steuerberater beraten, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Einige Bundesländer und Kommunen bieten zusätzliche Förderprogramme oder Zuschüsse für altersgerechte Wohnraumanpassungen an, die indirekt die Pflegesituation erleichtern.

Spartipps für die Organisation der 24-Stunden-Pflege

Mit kluger Planung lassen sich die Kosten für die 24-Stunden-Pflege deutlich senken. Vergleichen Sie mehrere Vermittlungsagenturen gründlich: Achten Sie nicht nur auf den Preis, sondern auch auf Transparenz, Vertragskonditionen, Ersatzregelungen und Bewertungen anderer Kunden. Seriöse Agenturen bieten klare Verträge, deutschsprachige Ansprechpartner und regelmäßige Qualitätskontrollen. Prüfen Sie, ob ein Wechsel zwischen verschiedenen Pflegekräften im Rotationssystem möglich ist, um Kontinuität zu gewährleisten. Nutzen Sie alle verfügbaren Pflegeleistungen vollständig aus: Kombinieren Sie Pflegegeld, Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege und den Entlastungsbetrag optimal. Oft bleiben Leistungen ungenutzt, weil Familien nicht alle Ansprüche kennen. Informieren Sie sich bei Ihrer Pflegekasse über alle Möglichkeiten. Wenn mehrere Angehörige pflegebedürftig sind oder Sie die Pflege mit Geschwistern teilen, können Sie durch gemeinsame Organisation Kosten sparen. Auch die Wahl des Beschäftigungsmodells hat großen Einfluss: Das Entsendemodell ist rechtssicher und meist günstiger als eine direkte Anstellung. Vermeiden Sie unbedingt Schwarzarbeit, da diese nicht nur illegal ist, sondern auch keinerlei Versicherungsschutz bietet. Investieren Sie in präventive Maßnahmen wie Sturzprävention oder altersgerechte Wohnraumanpassung, um den Pflegeaufwand langfristig zu reduzieren. Auch digitale Hilfsmittel wie Hausnotrufsysteme können die Sicherheit erhöhen und den Betreuungsaufwand verringern.

Fazit und nächste Schritte

Die Kosten für eine 24-Stunden-Pflegekraft in Deutschland bewegen sich 2026 zwischen 2.500 und 4.500 Euro monatlich, abhängig vom gewählten Modell und individuellen Pflegebedarf. Durch die Nutzung staatlicher Zuschüsse wie Pflegegeld, Verhinderungspflege und steuerlicher Entlastungen lässt sich die finanzielle Belastung erheblich reduzieren. Eine sorgfältige Auswahl der Vermittlungsagentur und die Wahl des passenden Beschäftigungsmodells sind entscheidend für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Beginnen Sie frühzeitig mit der Planung: Beantragen Sie einen Pflegegrad, informieren Sie sich über Ihre Ansprüche bei der Pflegekasse und holen Sie mehrere Angebote ein. Eine professionelle Beratung durch Pflegestützpunkte oder unabhängige Pflegeberater kann Ihnen helfen, die beste Lösung für Ihre individuelle Situation zu finden. Mit der richtigen Vorbereitung und Organisation können Sie Ihren Angehörigen eine würdevolle Pflege zu Hause ermöglichen, ohne sich finanziell zu überfordern.