Was kostet ein Kran in Deutschland? Kompletter Preisguide

Überlegen Sie, einen Kran für Bauprojekte, Industrieanwendungen oder Logistikzwecke in Deutschland anzuschaffen, sind aber unsicher, mit welchen Investitionskosten zu rechnen ist? Der Preis eines Krans hängt maßgeblich vom Typ – ob Turmdrehkran, Mobilkran oder Autokran – sowie von der erforderlichen Tragfähigkeit ab. Während kompakte Mobilkrane für kleinere Baustellen bereits ab moderaten Budgets verfügbar sind, erreichen leistungsstarke Turmdrehkrane mit hohen Traglasten deutlich höhere Anschaffungswerte. Weitere Faktoren wie Marke, Alter (neu oder gebraucht), Zusatzausstattung und Wartungsanforderungen beeinflussen die Gesamtkosten ebenfalls. Dieser Preisguide bietet eine transparente Übersicht über die gängigen Preisspannen verschiedener Kranmodelle in Deutschland und unterstützt Sie bei der Planung einer wirtschaftlichen und passgenauen Lösung.

Was kostet ein Kran in Deutschland? Kompletter Preisguide Image by Tom from Pixabay

Was kostet ein Kran in Deutschland? Kompletter Preisguide

Die Anschaffung oder Miete eines Krans ist für viele Betriebe eine der größten Investitionen auf der Baustelle. Vom kompakten Minikran bis zum schweren Autokran reicht die Preisspanne von einigen Hundert Euro pro Mieteinsatz bis hin zu siebenstelligen Beträgen beim Kauf. Ein klarer Überblick über Preisfaktoren, typische Marktwerte und Zusatzkosten hilft, finanzielle Risiken besser einzuordnen.

Welche Faktoren beeinflussen den Preis?

Der wichtigste Einflussfaktor ist der Krantyp. Ein einfacher Anhängerkran oder Minikran für kleinere Lasten ist deutlich günstiger als ein großer Autokran oder ein stationärer Turmdrehkran. Hinzu kommt die Tragfähigkeit: Je mehr Tonnen der Kran sicher bewegen kann, desto aufwendiger sind Konstruktion, Hydraulik und Sicherheitstechnik – und desto höher liegt in der Regel der Preis.

Technische Parameter wie Auslegerlänge, maximale Hakenhöhe, Achszahl beim Fahrgestell und Allrad- oder Geländegängigkeit schlagen sich ebenfalls in den Kosten nieder. Weitere Punkte sind der Unterschied zwischen Neu- und Gebrauchtgerät, der Hersteller, vorhandene Assistenz- und Sicherheitssysteme, sowie die Einhaltung aktueller Normen und Vorschriften. Auch Servicepakete, Garantieumfang und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen wirken sich auf den Gesamtpreis aus.

Preise nach Krantyp und Tragfähigkeit

Um ein Gefühl für Größenordnungen zu bekommen, lohnt sich der Blick auf typische Preisbereiche in Deutschland. Ein kleiner Minikran oder Anhängerkran mit rund 2 bis 3 Tonnen Tragfähigkeit kann neu grob zwischen 40.000 und 90.000 Euro liegen, während gebrauchte Modelle oft merklich günstiger zu bekommen sind. Die Tagesmiete bewegt sich je nach Ausstattung häufig im Bereich von etwa 200 bis 400 Euro zuzüglich Transport und eventueller Bedienerleistung.

Bei mobilen Autokranen mit 60 bis 100 Tonnen Tragfähigkeit steigen die Werte deutlich an. Ein neuer All-Terrain-Kran dieser Klasse kann schnell zwischen etwa 400.000 und 800.000 Euro kosten, abhängig von Marke, Auslegerlänge und Sonderausstattung. Für die Miete eines solchen Krans inklusive Bediener werden häufig Tagessätze im mittleren bis höheren vierstelligen Bereich fällig, wobei Anfahrt, Rüstzeiten und Genehmigungen zusätzlich berechnet werden.

Für größere Bauprojekte spielen Turmdrehkrane eine wichtige Rolle. Mittlere Turmdrehkrane können beim Neukauf im Bereich von etwa 300.000 bis 700.000 Euro liegen, während die Miete eher monatlich kalkuliert wird. Je nach Höhe, Ausladung und Projektlaufzeit sind monatliche Mietpreise im typischen Bereich mehrerer Tausend bis Zehntausend Euro möglich. Konkrete Konditionen hängen stark von Projektanforderungen, Standort und Vertragslaufzeit ab.

Um die Spannbreite realer Marktangebote zu veranschaulichen, hilft ein Blick auf typische Richtwerte ausgewählter Hersteller und Vermieter in Deutschland. Die folgenden Beispiele stellen grobe Schätzungen dar und ersetzen keine individuelle Kalkulation.


Product/Service Provider Cost Estimation
Minikran 2–3 t, neu Maeda Fachhändler ca. 60.000–90.000 Euro Kaufpreis
Autokran 70 t, neu Liebherr, Tadano ca. 550.000–750.000 Euro Kaufpreis
Mobilkran 60–80 t, Miete/Tag Schmidbauer ca. 900–1.800 Euro pro Einsatztag
Turmdrehkran mittlere Klasse, Miete/Monat Liebherr über Fachhändler ca. 4.500–10.000 Euro pro Monat
All-Terrain-Kran 40–60 t, Miete/Tag Zeppelin Rental, Boels Rental ca. 800–1.600 Euro pro Einsatztag

Preise, Tarife oder Kostenschätzungen in diesem Artikel basieren auf den zuletzt verfügbaren Informationen und können sich im Laufe der Zeit ändern. Vor finanziellen Entscheidungen wird eine eigene Recherche empfohlen.


Neben diesen groben Richtwerten spielen in der Praxis zahlreiche projektabhängige Faktoren eine Rolle. Dazu zählen die Dauer des Einsatzes, spezielle Anforderungen wie Nachteinsätze oder Arbeiten in Innenstädten mit engen Zufahrten, sowie regionale Unterschiede bei Lohn- und Transportkosten. Auch Rabatte bei längerer Mietdauer oder Rahmenverträgen können die effektiven Kosten deutlich verändern.

Zusatzkosten und Finanzierungsoptionen

Ob Kauf oder Miete: Zum reinen Gerätepreis kommen in der Regel eine Reihe von Zusatzposten hinzu. Für den Einsatz großer Krane werden beispielsweise Transportfahrzeuge, Begleitfahrzeuge und gegebenenfalls Straßensperrungen oder Genehmigungen benötigt. Auch das Auf- und Abrüsten des Krans, Gegengewichte, Zusatzmasten und die Baustelleneinrichtung verursachen zusätzliche Kosten, die bei der Kalkulation eingerechnet werden sollten.

Dauerhaft anfallende Kosten sind Wartung, wiederkehrende Prüfungen nach geltenden Vorschriften, Reparaturen, Versicherung und die Qualifizierung des Bedienpersonals. Hinzu kommt der Lohn der Kranführerinnen und Kranführer sowie eventueller Rüstmannschaften. Bei eigenen Kranen darf außerdem die Organisation von Stellplätzen, Unterbringung des Geräts und die langfristige Ersatzteilversorgung nicht unterschätzt werden.

Für die Finanzierung stehen in Deutschland verschiedene Modelle zur Verfügung. Neben dem klassischen Bankkredit bieten viele Hersteller und Fachhändler Leasing- und Mietkaufmodelle an. Dabei wird der Kaufpreis über einen festgelegten Zeitraum verteilt, teils mit vereinbarter Restzahlung am Ende der Laufzeit. Für Betriebe, die nur unregelmäßig Krane benötigen, kann die regelmäßige Miete bei spezialisierten Vermietern eine wirtschaftlich sinnvolle Alternative zum Eigentum sein, da hohe Anfangsinvestitionen entfallen.

Kaufberatung und Budgetplanung

Vor der Entscheidung für einen bestimmten Kran lohnt sich eine systematische Bedarfsermittlung. Wichtige Fragen sind etwa: Welche Lasten müssen wie häufig und in welcher Höhe bewegt werden, welche Ausladung wird tatsächlich benötigt, und auf welchem Untergrund oder Terrain wird gearbeitet. Wer seinen Bedarf realistisch einschätzt, vermeidet Überdimensionierung und dadurch unnötig hohe Investitionen.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist der Vergleich mehrerer Angebote, sowohl beim Neu- als auch beim Gebrauchtkauf. Neben dem Anschaffungspreis sollten Serviceleistungen, Garantiebedingungen, Reaktionszeiten im Servicefall und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen berücksichtigt werden. Gebrauchte Krane mit nachvollziehbarer Wartungshistorie und aktuellen Prüfungen können je nach Alter und Zustand deutlich günstiger sein als Neugeräte und dennoch zuverlässig arbeiten.

Für eine solide Budgetplanung reicht es nicht, nur den Kaufpreis oder den nackten Miettarif anzusetzen. Sinnvoll ist eine Gesamtkostenbetrachtung über die geplante Nutzungsdauer, also inklusive Wartung, Prüfungen, Versicherungen, Stillstandszeiten und möglichem Wiederverkaufswert. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen profitieren, wenn sie verschiedene Szenarien durchrechnen und prüfen, ob langfristige Mietmodelle, Leasing oder Eigentum den wirtschaftlichsten Weg darstellen.

Abschließend zeigt sich, dass sich die Frage nach den Kosten eines Krans in Deutschland nur im Zusammenhang mit Nutzungsprofil, Tragfähigkeit, Einsatzdauer und Zusatzleistungen sinnvoll beantworten lässt. Wer die wesentlichen Preisfaktoren kennt, typische Marktspannen einschätzen kann und alle Nebenkosten in die Planung einbezieht, schafft eine belastbare Grundlage für Investitionsentscheidungen und reduziert finanzielle Überraschungen im Projektalltag.