Ab Januar 2026 ändert sich die Form von Testamenten in Belgien

Ab Januar 2026 treten in Belgien neue Regelungen zur Form von Testamenten in Kraft, die für viele Bürgerinnen und Bürger von Bedeutung sind. Ziel dieser Änderungen ist es, formale Vorgaben zu vereinfachen, Rechtssicherheit zu erhöhen und Testamente besser an heutige Lebensrealitäten anzupassen. Wer ein Testament verfassen möchte oder bereits eines besitzt, sollte sich daher frühzeitig mit den neuen Anforderungen vertraut machen. Dieser Artikel erläutert, welche Änderungen geplant sind, welche Testamentsformen künftig zulässig sind, wen die Neuerungen besonders betreffen, wie mit bestehenden Testamenten umzugehen ist und worauf bei der Erstellung oder Anpassung eines Testaments zu achten ist, um auch künftig rechtlich wirksam vorzusorgen.

Ab Januar 2026 ändert sich die Form von Testamenten in Belgien

Die belgische Gesetzgebung bringt zum 1. Januar 2026 bedeutende Veränderungen im Erbrecht mit sich. Diese Reformen zielen darauf ab, die Testamentserstellung zu modernisieren und gleichzeitig die Rechtssicherheit zu erhöhen. Sowohl Privatpersonen als auch Rechtsexperten müssen sich auf die neuen Bestimmungen einstellen.

Was ändert sich ab Januar 2026 bei der Form von Testamenten in Belgien

Die wichtigste Neuerung betrifft die Anerkennung digitaler Testamentsformen. Ab 2026 werden elektronische Testamente unter bestimmten Voraussetzungen rechtsgültig. Dazu gehören qualifizierte elektronische Signaturen und eine sichere Aufbewahrung in zertifizierten digitalen Systemen. Gleichzeitig werden die Anforderungen für handschriftliche Testamente präzisiert, um Missverständnisse zu vermeiden.

Zusätzlich wird ein neues Registrierungssystem eingeführt, das eine zentrale Erfassung aller Testamente ermöglicht. Dies soll verhindern, dass Testamente nach dem Tod des Erblassers unentdeckt bleiben.

Welche Testamentsformen sind in Belgien künftig zulässig

Neben den bisherigen Formen - dem eigenhändigen Testament, dem notariellen Testament und dem internationalen Testament - werden ab 2026 auch digitale Testamente anerkannt. Diese müssen jedoch strengen technischen und rechtlichen Kriterien entsprechen.

Das eigenhändige Testament bleibt weiterhin gültig, muss aber vollständig handschriftlich verfasst, datiert und unterschrieben sein. Notarielle Testamente behalten ihre bisherige Form, werden aber in das neue digitale Registrierungssystem integriert. Internationale Testamente nach dem Haager Übereinkommen bleiben ebenfalls unverändert gültig.

Wen betreffen die Änderungen besonders

Die Neuerungen haben unterschiedliche Auswirkungen auf verschiedene Personengruppen. Besonders betroffen sind ältere Menschen, die bereits handschriftliche Testamente verfasst haben. Diese müssen überprüfen lassen, ob ihre Dokumente den neuen Anforderungen entsprechen.

Tech-affine Erblasser profitieren von den neuen digitalen Möglichkeiten, müssen aber die technischen Voraussetzungen erfüllen. Notare und Rechtsanwälte müssen sich mit den neuen digitalen Verfahren vertraut machen und ihre Klienten entsprechend beraten.

Was passiert mit bestehenden Testamenten

Bereits existierende Testamente behalten grundsätzlich ihre Gültigkeit, sofern sie zum Zeitpunkt ihrer Erstellung den damals geltenden Gesetzen entsprachen. Allerdings empfehlen Rechtsexperten eine Überprüfung, um sicherzustellen, dass die Dokumente auch unter den neuen Bestimmungen eindeutig interpretierbar sind.

Testamente, die vor 2026 erstellt wurden, müssen nicht zwingend angepasst werden. Eine Registrierung im neuen System ist jedoch ratsam, um die Auffindbarkeit zu gewährleisten.


Testamentsform Gültigkeitsanforderungen Registrierungspflicht
Eigenhändiges Testament Vollständig handschriftlich, datiert, unterschrieben Empfohlen
Notarielles Testament Notarielle Beurkundung Automatisch
Digitales Testament Qualifizierte elektronische Signatur, sichere Aufbewahrung Verpflichtend
Internationales Testament Haager Übereinkommen-konform Empfohlen

Worauf man bei der Erstellung oder Anpassung eines Testaments achten sollte

Bei der Erstellung neuer Testamente sollten Erblasser die erhöhten Anforderungen an die Eindeutigkeit beachten. Unklare Formulierungen können zu Rechtsstreitigkeiten führen. Die Wahl der Testamentsform sollte sorgfältig abgewogen werden - digitale Testamente bieten Vorteile bei der Aufbewahrung, erfordern aber technische Kenntnisse.

Eine professionelle Beratung durch Notare oder spezialisierte Rechtsanwälte ist besonders bei komplexen Vermögensverhältnissen empfehlenswert. Diese können auch bei der Registrierung im neuen System unterstützen.

Die Gesetzesänderungen in Belgien spiegeln den europäischen Trend zur Digitalisierung des Rechtswesens wider. Erblasser haben nun mehr Optionen bei der Testamentserstellung, müssen aber gleichzeitig höhere Anforderungen an die Form und Dokumentation erfüllen. Eine rechtzeitige Auseinandersetzung mit den neuen Bestimmungen ist daher unerlässlich.